Kulturelle Aktualität: Ausstellungen in Schlössern im Herbst 2026
Die neuen Ausstellungen, die im Herbst 2026 in Schlössern zu entdecken sind
Im Herbst 2026 verwandeln sich mehrere französische Schlösser in Ausstellungsorte: Marie-Antoinette in Fontainebleau und Versailles, Rosa Bonheur in Chantilly, zeitgenössische Kunst in La Roche-Guyon und Le Rivau sowie asiatische Sammlungen in Blois.
Redaktionelles Journal · Carte des Châteaux ·
Ein Schloss ist nicht nur eine von außen zu bewundernde Kulisse oder ein in einer Epoche erstarrter Innenraum: Es ist zunehmend auch ein Ort, an dem zeitgenössische Kunst entsteht oder vergessene Teile königlicher Sammlungen wiederentdeckt werden. Im Herbst 2026 nutzen mehrere französische Denkmäler den kulturellen Herbstbeginn, um ihre Säle für temporäre Ausstellungen zu öffnen – zwischen historischen Jubiläen, künstlerischen Hommagen und neuartigen Installationen. Zweieinhalb Jahrhunderte nach ihrem Aufenthalt in diesen Gemäuern kehren Marie-Antoinette und Ludwig XVI. in Fontainebleau und Versailles anläßlich bedeutender Jahrestage zurück. In Chantilly ist es eine andere Frau, die Malerin Rosa Bonheur, die das ihr gewidmete Pferdemuseum wiederbelebt. Weiter nördlich verwandelt sich eine troglodytische Burg im Val d’Oise in eine Saison zeitgenössischer Kunst, bevölkert von fantastischen Kreaturen, während in der Touraine ein Familien-Schloss heutige Künstler einlädt, die Renaissance neu zu interpretieren. In Blois schließlich kommen asiatische Sammlungen, die bisher in den Depots lagerten, ans Tageslicht. Sechs Ausstellungen, sechs Schlösser, eine gemeinsame Idee: Das Kulturerbe beschränkt sich nicht darauf, besichtigt zu werden – es empfängt weiterhin Kunst und offenbart seine Geheimnisse.
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Marie-Antoinette und Ludwig XVI. in Fontainebleau. Pracht und dolce vita — Schloss Fontainebleau (Seine-et-Marne) — vom 11. Oktober 2026 bis 25. Januar 2027
Zweihundertvierzig Jahre nach dem letzten Aufenthalt des Königspaares in Fontainebleau widmet sich das Schloss ihnen mit einer vom GrandPalaisRmn kuratierten Ausstellung. Zwischen 1774 und 1786 hielten sich Marie-Antoinette und Ludwig XVI. siebenmal in Fontainebleau auf – fernab des Trubels von Versailles: Über hundert Werke – Porträts, Zeichnungen, Skulpturen und Kunstgegenstände – zeichnen diese Momente höfischen Lebens im Saal der Schönen Kaminhalle nach, während die Dauerausstellung neu gestaltet wurde, um das Spielzimmer der Königin, das Schlafzimmer und das Silberboudoir so zu zeigen, wie sie die Königin kannte. Der Dialog zwischen Ort und Thema ist hier besonders direkt: Es handelt sich nicht um abstrakte Rekonstruktionen, sondern um die Räume selbst, in denen das Königspaar lebte.
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Rosa Bonheur und das Pferd — Schloss Chantilly (Oise) — vom 12. September 2026 bis 3. Januar 2027
Die in zwei Teile gegliederte Ausstellung – im Musée Condé und im Musée Vivant du Cheval, dem größten Pferdemuseum Frankreichs – widmet sich der besonderen Beziehung der Tiermalerin Rosa Bonheur zu Chantilly, wo ihr der Herzog von Aumale den Auftrag für ein Gemälde erteilte. Zeichnungen, Gemälde, Fotografien und seltene Archive zeigen die akribische Arbeitsweise einer Künstlerin, die ihre Modelle bis auf Messen und Schlachthöfe studierte, um die Kraft und Bewegung der Pferde mit seltener Präzision darzustellen. Rosa Bonheur in den Stallungen zu präsentieren, die viele ihrer Beobachtungen inspiriert haben, verleiht der Ausstellung eine besondere Resonanz.
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Das Leben im Schloss — Schloss La Roche-Guyon (Val-d’Oise) — vom 20. Juni bis 1. November 2026
An eine Kreidefelswand geschmiegt und durch einen unterirdischen Gang mit seinem mittelalterlichen Donjon verbunden, beherbergt das troglodytische Schloss La Roche-Guyon jeden Sommer acht Künstler oder Künstlerduos in Residenz, die eigens für seine Räume Werke schaffen. Skulpturen aus Keramik und Glas im Ehrentreppenhaus, ein fantastisches Bestiarium in einer ehemaligen, in den Fels gehauenen Orangerie, eine Klanginstallation, die vom Alltagsleben des Schlosses im 18. Jahrhundert erzählt: Die bewusst gewählte Herangehensweise besteht darin, das jahrhundertealte Gestein frontal mit teils überraschenden zeitgenössischen Formen zu konfrontieren. Eine Möglichkeit, ein bereits durch seine Architektur einzigartiges Bauwerk neu zu entdecken – noch bevor überhaupt ein Werk hinzugefügt wird.
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Metamorphosen im Rivau — Schloss Le Rivau (Indre-et-Loire) — vom 1. April bis 1. November 2026
Weniger bekannt als seine Nachbarn an der Loire verbindet das Schloss Le Rivau seit mehreren Jahren mittelalterliche Architektur und zeitgenössische Kunst in seinen Gärten und Sälen. Die Proposition für 2026, „Metamorphosen im Rivau“, folgt einem einfachen Prinzip: Werke der Renaissance durch den Blick heutiger Künstler – zwischen Humor und Staunen – umzudeuten und neu zu interpretieren, um den Geheimnissen der Wunderkammern des 16. Jahrhunderts neue Aktualität zu verleihen. Zum Abschluss der Saison ergänzt vom 15. Oktober bis 1. November eine Hommage an das Werk des Bildhauers Alexander Calder den Parcours für die Herbstferien.
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Marie-Antoinette, rund um Sofia Coppolas Film — Petit Trianon, Domäne Versailles (Yvelines) — vom 22. September 2026 bis 24. Januar 2027
Zwanzig Jahre nach seinem Kinostart widmet sich eine einzigartige Ausstellung im Petit Trianon – der Residenz, die sich die Königin abseits des Hofes einrichten ließ – Sofia Coppolas Film „Marie-Antoinette“, der teilweise in Versailles gedreht wurde. Das Anwesen zeigt, wie dieses filmische Werk das kollektive Imaginäre rund um den Palast und die letzte Königin Frankreichs nachhaltig erneuert hat, indem es die Sammlungen und die realen Dekorationen des Trianon, die die Regisseurin inspiriert hatten, mit dem Film konfrontiert. Eine Ausstellung, die sowohl Geschichte als auch ihre zeitgenössische Neuinterpretation durch das Kino hinterfragt.
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Reflets du lointain – Asiens Traum in den Sammlungen der Sammler — Königliches Schloss Blois (Loir-et-Cher) — vom 19. September 2026 bis 16. Mai 2027
Erstmals zeigt das Königliche Schloss Blois Teile seiner asiatischen Sammlungen, die Anfang des 20. Jahrhunderts von vier leidenschaftlichen Sammlern aus dem Fernen Osten zusammengetragen wurden. Im Musée des Beaux-Arts, in der Louis-XII-Flügel, erzählen rund fünfzig Porzellane, Textilien, Stiche und Skulpturen aus China und Japan weniger die Geschichte dieser Objekte als vielmehr den Blick des Westens auf sie: die Sammelleidenschaft für ein weitgehend erdachtes Anderswo, das dem Publikum in einem Schloss präsentiert wird, das ansonsten ganz der französischen Renaissance gewidmet ist.
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Weitere Tipps – vor der Abreise zu prüfen
Diese Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Mehrere weitere Schlösser kündigen für den Herbst 2026 Ausstellungen oder Höhepunkte an, doch einige konnten hier nicht aufgenommen werden, da sie in unserer Datenbank nicht eindeutig identifizierbar waren oder uns keine ausreichend präzisen und aktuellen Informationen zur Ausgabe 2026 vorlagen – so etwa eine im Schloss Pau geplante Ausstellung, deren Herbstprogramm zum Zeitpunkt der Erstellung noch nicht bestätigt war. Die hier angegebenen Besuchszeiten und -bedingungen stammen von den offiziellen Seiten der jeweiligen Denkmäler und können sich ändern: Es empfiehlt sich, sie vorab direkt zu überprüfen. Hauptquellen: chateaudefontainebleau.fr; chateaudechantilly.fr; chateaudelarocheguyon.fr; chateaudurivau.com; chateauversailles.fr; chateaudeblois.fr.
SEINE-ET-MARNE · Fontainebleau
Château de Fontainebleau
Le château de Fontainebleau est un château royal de styles principalement Renaissance et classique, près du centre-ville de Fontainebleau, à une soixantaine de kilomètres au sud-est de Paris, en France. Les premières traces d'un château à Fontainebleau remontent au XIIe siècle. Les derniers travaux sont effectués au XIXe siècle. Haut lieu de l'histoire de France, le château de Fontainebleau est l'une des demeures des souverains français depuis François Ier, qui en fait sa demeure favorite, jusqu'à Napoléon III. Plusieurs rois laissent leur empreinte dans la construction et l'histoire du château, qui est ainsi un témoin des différentes phases de l'histoire de France depuis le Moyen Âge. Entouré d'un vaste parc et voisin de la forêt de Fontainebleau, le château se compose d'éléments de styles médiévaux, Renaissance, et classiques. Il témoigne de la rencontre entre l'art italien et la tradition française exprimée tant dans son architecture que dans ses décors intérieurs. Cette spécificité s'explique par la volonté de François Ier de créer à Fontainebleau une « nouvelle Rome » dans laquelle les artistes italiens viennent exprimer leur talent et influencer l'art français. C'est ainsi que naît l'École de Fontainebleau, qui représente la période la plus riche de l'art renaissant en France, et inspire la peinture française jusqu'au milieu du XVIIe siècle, voire au-delà.

OISE · Chantilly
Château de Chantilly
Le château de Chantilly (Oise) est un ensemble composé du Petit Château, bâti en 1551 par Jean Bullant pour Anne de Montmorency, et du Grand Château reconstruit de 1876 à 1882 par Honoré Daumet pour le duc d'Aumale. Légué à l'Institut de France en 1886, il abrite le musée Condé et s'accompagne des Grandes Écuries (1719-1740) qui accueillent le musée du Cheval, d'un parc de 115 hectares dessiné en partie par André Le Nôtre et du parc de Sylvie.
VAL-D'OISE · La Roche-Guyon
Château de La Roche-Guyon
Le château de La Roche-Guyon est un château qui se dresse sur la commune française de La Roche-Guyon dans le département du Val-d'Oise aux portes de la Normandie sur la rive droite de la Seine. L'ancien château fort en ruine, dominé par son donjon, au sommet du coteau a reçu des ajouts importants au XVIIIe siècle au pied du coteau et un jardin et potager « à la française » : le potager du château de la Roche-Guyon. Le château, classé au titre des monuments historiques, propriété de la maison de La Rochefoucauld est aujourd'hui géré par un établissement public de coopération culturelle (EPCC) regroupant le département du Val-d’Oise, la commune de La Roche-Guyon, le syndicat mixte d’aménagement et de gestion du parc naturel régional du Vexin français et l'État. Élargi et embelli à de nombreuses reprises, notamment lors d'importants travaux au XVIIIe siècle entrepris par ses propriétaires actuels, les La Rochefoucauld, l'ancienne place forte est progressivement devenue un lieu d'apparat. Depuis 2010, l'exposition « On emménage au château » a transformé l'endroit en musée éphémère dévoilant des œuvres contemporaines au détour d'une galerie ou d'un rempart, comme des colonnes installées par Daniel Buren.
INDRE-ET-LOIRE · Lémeré
Château du Rivau
Le château du Rivau est une forteresse seigneuriale dont les premières fondations remontent au XIIIe siècle. Situé en Touraine dans la commune de Lémeré dans le département français d'Indre-et-Loire, le Rivau est l'un des châteaux de la Loire et fait l’objet de classements au titre des monuments historiques depuis juillet 1918 (château) et août 1999 (communs) ainsi que d'une inscription en février 1988 (ferme). Le Rivau combine des élements de l'architecture médiévale, l'architecture de la Renaissance, et l'art contemporain.
LOIR-ET-CHER · Blois
Château de Blois
Le château royal de Blois, situé dans le département de Loir-et-Cher (en Centre-Val de Loire), fait partie des châteaux de la Loire. Il fut la résidence favorite des rois de France à la Renaissance. Situé au cœur de la ville de Blois, sur la rive droite de la Loire, le château de Blois réunit autour d’une même cour un panorama de l’architecture française du Moyen Âge à l’époque classique qui en fait un édifice clé pour la compréhension de l’évolution de l’architecture au fil des siècles. Les appartements royaux restaurés sont meublés et ornés de décors polychromes du XIXe siècle, créés par Félix Duban dans la lignée des restaurateurs contemporains de Viollet-le-Duc.
Die Route auf der Karte
Wo sind diese Ausstellungen in den Schlössern im Herbst zu sehen?
Diese Karte zeigt in ganz Frankreich die Schlösser, die im Herbst 2026 eine temporäre Ausstellung beherbergen.
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