Wiedereröffnung der Burg Grandson in der Schweiz, 550 Jahre nach ihrer Schlacht
Schloss Grandson: 550 Jahre nach der Niederlage Karls des Kühnen öffnet die Burg nach 15 Jahren Bauarbeiten wieder ihre Tore
Die waadtländische Burg, auf der 1476 eine bernische Garnison vor der berühmten Schlacht hingerichtet wurde, öffnete am 2. April 2026 – dem Jahrestag der Niederlage des burgundischen Herzogs gegen die Schweizer Eidgenossen – nach einer fast 15-jährigen Restaurierung wieder für die Öffentlichkeit.
Redaktionelles Journal · Carte des Châteaux ·
Am 2. März 2026, dem 550. Jahrestag der Schlacht von Grandson, markierte eine öffentliche Einweihung den Abschluss eines fast 15-jährigen Restaurierungsprojekts an dieser Burg im Kanton Waadt, die als nationales Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft ist. Die offizielle Öffnung für die Öffentlichkeit folgte am 2. April, mit schrittweiser Erweiterung der Öffnungszeiten bis zum täglichen Betrieb (außer dienstags) ab dem 3. Juni 2026.
01
Eine Garnison gehängt oder ertränkt – Vorspiel einer berühmten Schlacht
Die Burg verdankt ihren Ruhm einem besonders dunklen Kapitel der Burgunderkriege. Am 2. Februar 1476 belagerte Karl der Kühne die kleine Festung Grandson, die von einer bernischen Garnison mit 412 Soldaten gehalten wurde. Unter dem Druck der burgundischen Artillerie kapitulierte diese am 28. Februar. Anstatt die Besiegten – wie zu dieser Zeit üblich – zu schonen, ließ der burgundische Herzog die Soldaten an den umliegenden Bäumen aufhängen oder im Neuenburgersee ertränken. Diese brutale Hinrichtung löste eine sofortige Mobilisierung der Schweizer Eidgenossen aus, die ihre Landsleute rächen wollten.
02
Die Schweizer Piken stoppen die burgundische Kavallerie
Bereits am 2. März, nur zwei Tage nach dem Fall der Burg, trafen 18.000 Schweizer Soldaten auf etwa 20.000 Burgunder bei Concise, nahe Grandson. Ihre sechs Meter langen Piken, in kompakten Quadraten nach einer bereits erprobten Taktik aufgestellt, stoppten die schwere Kavallerie Karls des Kühnen abrupt. Nach drei Stunden Kampf führte eine taktische Verwirrung in den burgundischen Reihen, kombiniert mit dem Eintreffen schweizerischer Verstärkungen, zur vollständigen Niederlage des herzoglichen Heeres. Die Schweizer erbeuteten eine beträchtliche Beute: 400 Geschütze und sogar die persönlichen Juwelen des Herzogs. Diese erste Niederlage markierte einen entscheidenden Wendepunkt für Karl den Kühnen, der im folgenden Jahr, 1477, vor Nancy den Tod fand.
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Fünfzehn Jahre Bauarbeiten – ein neues immersives Erlebnis mit 15 Sälen
Die im Jahr 2026 abgeschlossene Restaurierung, die fast 15 Jahre mit der Beteiligung von über hundert verschiedenen Unternehmen dauerte, umfasste die gesamte Dachkonstruktion und die Gemälde des Denkmals. Die Burg öffnet nun mit einem vollständig neu gestalteten Museum: fünfzehn Säle für Dauerausstellungen auf drei Etagen, ein Rittersaal und eine immersive Ausstellung mit dem Titel «Grandson – 1000 Jahre Geschichte». Parallel dazu wurde ein sinnliches Erlebnis für junge Besucher zwischen 2 und 8 Jahren konzipiert, ergänzt durch neue barrierefreie Zugänge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Damit zählt diese geschichtsträchtige Stätte zu den zugänglichsten Burgmuseen der Westschweiz.
Quellen
